Arbeiten und dann?

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Bleibt mein Anspruch auf Arbeitslosengeld in Deutschland, nach einer Arbeitsaufnahme in der Schweiz, bestehen?

Bevor wir Ihnen antworten, sollten Sie wissen: Leistungen der Bundesagentur für Arbeit berufen sich auf das Wort „KANN und KÖNNEN“ (alles kann – nichts muss!).

In einem Merkblatt (Stand Februar 2008) der Bundesagentur für Arbeit steht geschrieben:
Zitat: „Ausländische Versicherungs- oder Beschäftigungszeiten können für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld nur dann berücksichtigt werden, wenn zwischen der Auslandsbeschäftigung und dem Eintritt der Arbeitslosigkeit und Antragstellung in Deutschland eine versicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland ausgeübt wurde. Die Dauer dieser Beschäftigung ist nicht vorgeschrieben.“
Zitat: „Eine Beschäftigung in Deutschland nach einer Auslandsbeschäftigung ist nicht erforderlich, wenn
- eine deutscher Staatsbürger eine Beschäftigung in der Schweiz ausgeübt hat.“
Zitat: „Zum 01.06.2002 hat sich die Schweiz den Regelungen im Bereich der Arbeitslosenversicherung, die innerhalb der EU gelten, angeschlossen. Dies bedeutet, dass Beschäftigungszeiten, die Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der EU (gilt vorl. nicht für Staatsangehörige aus Bulgarien und Rumänien) in der Schweiz ausüben, unter den o. g. Voraussetzungen für einen Anspruch auf deutsches Arbeitslosengeld berücksichtigt werden können. Für deutsche Staatsbürger können schweizerische Beschäftigungszeiten direkt (ohne eine Zwischenbeschäftigung in Deutschland) berücksichtigt werden, weil das vorangegangene Abkommen zwischen Deutschland und der Schweiz dies vorsah und diese Regelung weiterhin gültig ist.“

WICHTIG:
Nachweis ausländischer Versicherungs- und Beschäftigungszeiten
Zitat: „Die ausländischen Versicherungs- und Beschäftigungszeiten sind der deutschen Agentur für Arbeit immer mit einer Bescheinigung E 301 nachzuweisen. Diese wird von der zuständigen ausländischen Stelle ausgestellt.“
Schweiz: Kantonale Amtsstelle, in deren Bezirk die Beschäftigung ausgeübt wurde oder die gewählte Arbeitslosenkasse

Wie wird die Höhe meines Anspruches auf Arbeitslosengeld berechnet?

In einem Merkblatt (Stand Februar 2008) der Bundesagentur für Arbeit steht geschrieben:
Zitat: „Eine ausführliche Darstellung zur Höhe des Arbeitslosengeldes nach deutschem Recht enthält das Merkblatt 1. Die dort genannten Grundregeln zur Höhe des Arbeitslosengeldes (z.B. Bemessungsentgelt, allg. oder erhöhter Leistungssatz, zu berücksichtigende Lohnsteuerklassen) gelten auch für die Feststellung der Höhe des Arbeitslosengeldes nach einer Auslandsbeschäftigung.
Nach einer Beschäftigung im Ausland gelten aber einige Besonderheiten bei der Bemessung des Arbeitslosengeldes:
- Grundsätzlich wird das ausländische Arbeitsentgelt (außer bei „echten“ Grenzgängern) bei der Bemessung nicht berücksichtig
- Waren Sie nach Ihrer Auslandsbeschäftigung nicht mindestens vier Wochen in Deutschland beschäftigt, wird der Berechung des Arbeitslosengeldes ein fiktives Arbeitsentgelt zugrunde gelegt (vgl. Merkblatt 1 für Arbeitslose).
- Waren Sie unmittelbar vor Ihrer Arbeitslosigkeit als „echter“ Grenzgänger im Ausland beschäftigt, wird in der Regel das ausländische Arbeitsentgelt berücksichtigt.“

Wenn ich noch ALG I – Leistungsansprüche habe, bleiben die bei einem Arbeitsantritt in der Schweiz bestehen?

In einem Merkblatt (Stand Februar 2008) der Bundesagentur für Arbeit steht geschrieben:
Unter „Weitergeltung deutscher Leistungsansprüche“:
Zitat: „Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, der vor einer Ausreise erworben wurde und noch nicht verbraucht ist, kann erneut bewilligt werden, wenn seit seinem Entstehen noch nicht 4 Jahre vergangen sind und der Anspruch nicht aus anderen Gründen (siehe Anhang 1) erlöschen ist.“
Anhang 1: Zitat: „Stellen Sie fest, dass Sie im anderen Mitgliedstaat keine Arbeit finden und wollen deshalb wieder in Deutschland Leistungen beziehen, erhalten Sie diese nur dann, wenn Sie innerhalb des Zeitraumes, für den Sie im anderen Mitgliedstaat deutsche Leistungen beanspruchen können, zurückgekehrt sind. Kehren Sie deshalb so schnell wie möglich zurück, wenn Sie feststellen, dass Sie im anderen Mitgliedsstaat keine Arbeit finden. Wenn Sie diesen Rat nicht befolgen, müssen Sie damit rechnen, dass die deutsche Agentur für Arbeit die Weiterbewilligung der Leistungen auch dann verweigert, wenn Sie wegen späterer eintretender Hindernisse (z.B. Erkrankung) während Ihres weiteren Aufenthaltes im anderen Mitgliedstaat nicht rechtszeitig zurückkehren können.“

Laut unseres Wissens, ist eine Leistungsmitnahme, bei Arbeitslosigkeit, ins Ausland von drei Monaten gegeben, die aber vorher beantragt werden muss.

Alle Angaben ohne Gewähr.