Arbeiten – Österreich

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Auf dem österreichischen Arbeitsmarkt gibt es für Bürger der EU keine Beschränkungen.
Die Staatsbürgerschaft eines Mitgliedstaates der Europäischen Union bedeutet automatisch auch den Erhalt einer Arbeitserlaubnis.

Arbeitsvertrag und Dienstzettel

In Österreich gibt es unterschiedlich Vertragsformen, wenn es zu einem Arbeitverhältnis kommt.
Es gibt den schriftlichen, mündlichen Arbeitsvertrag oder der durch schlüssiges Handeln geschlossen wird.
Sollten Sie keinen schriftlichen Arbeitvertrag ausgehändigt bekommen, ist es verpflichtend einen Dienstzettel ausgehändigt zu erhalten, in dem alle relevanten Rechte und Pflichten aufgeführt sind.
Folgendes sollte ein Dienstzettel beinhalten:

  • Name und Anschrift des Arbeitgebers
  • Name und Anschrift des Arbeitnehmers
  • Beginn des Anstellungsverhältnisses bei unbefristeten Verträgen
  • Beginn und Ende des Anstellungsverhältnisses bei befristeten Verträgen
  • Kündigungsfristen
  • der gewöhnliche Arbeitsort
  • Ihre Arbeitseinsatz, welcher Art Beschäftigung Sie nachgehen sollten
  • die wöchentliche Normalarbeitszeit
  • das Grundgehalt oder der Grundlohn, weitere Entgeltbestandteile und deren Fälligkeit
  • welcher Kollektivvertrag angewendet wird (ähnlich eines Tarifvertrags)
  • jährlicher Urlaubsanspruch

Dazu sollten Sie sich immer den Kollektivvertrag aushändigen lassen. Dieser regelt die Kündigungsfristen, Sonderzahlungen, Urlaubsansprüche, die Arbeitzeit und Überstunden bzw. Mehrstunden.

Zur Sicherheit, dass Ihr Vertrag alles beinhaltet, was für Sie wichtig und wesentlich ist, bieten wir Ihnen die Möglichkeit an, bei Einreichung an uns, Ihre Verträge gern zu prüfen.

Arbeitzeiten und Urlaubsanspruch

Die normale Wochenarbeitszeit liegt bei 40 Stunden. Durch vorhandene geltende Kollektivverträge werden die vielfach verkürzt.

Ihr Urlaubsanspruch im Jahr beträgt mindestens 25 Tage. Hier spielt es keine Rolle, ob Sie in einer Vollzeit- oder Geringbeschäftigung eingestellt wurden. Zusätzlich zum Grundgehalt gibt es hierfür einen Urlaubszuschuss sowie einen Weihnachtszuschuss vom Arbeitgeber. Für beide Zuschüsse werden geringere Besteuerungen als für das normale Arbeitsentgelt fällig.

Worauf sollte ich bei einem Arbeitseinsatz in einer Zeitarbeitsfirma achten?

  • Die in den Dienstzettel eingetragenen Rechte und Pflichten gelten über die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses, deswegen ist es für Sie sehr wichtig sich Ihren Dienstzettel genau durchzulesen
  • Sollte Ihr Arbeitsverhältnis beenden werden außerhalb der Regelungen des Kollektivvertrages mittels einer „einvernehmlichen Auflösung“, so ist das mit Vorsicht zu genießen. Sie treten damit Ihre Rechte und evtl. Zahlungen des Arbeitgebers an Sie ab. Mit einer einvernehmlichen Auflösung Ihres Arbeitverhältnisses wird der Kündigungsschutz umgangen und massive Verschlechterungen sind die Folge.
  • Arbeitsverträge die befristet auf die Dauer eines Einsatzes sind, sind generell verboten.
  • Ist Ihr Grundlohn in richtiger Höhe eingetragen
  • Bezahlung der Referenz-Zuschläge. In dem Beschäftiger-Kollektivvertrag müssen die Referenzzuschläge der einzelnen Referenzbranchen eingetragen sein (eine Ausnahme sind die Probemonate)
  • Wenn laut Vertrag einer Teilzeitbeschäftigung vereinbart wurde, darf der eingestellte Zeitarbeiter nicht zu Mehrarbeit verpflichtet werden.
  • Sind Sie ein Facharbeiter, dann sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Einsatz auch wirklich als Facharbeiter in Ihrem Vertrag eintragen wurde.
  • Achten Sie auf die Beschreibung Ihrer Tätigkeiten im Vertrag. Wurden Sie zu allgemein gehalten, müssen Sie praktisch jede Arbeit leisten, ob Sie mit Ihrem erlernten Beruf zu tun haben oder nicht. Lehnen Sie die angewiesenen Arbeiten ab, ist es ein Entlassungsgrund.
  • Bei der Festlegung der Einsatzbundesländer, sollten Sie darauf achten und es im Vorfeld klären wo in Österreich Sie arbeiten möchten. Betrifft es alle Bundesländer, so müssen Sie bereit sein von Bundesland zu Bundesland zu reisen, je nachdem wo sich das neue Einsatzgebiet befindet.
  • Klären Sie im Vorfeld für die Einsätze die Reisekosten ab und lassen Sie sich diese schriftlich geben. Mündliche Zusicherungen sind nicht beweisbar.
  • Achten Sie in Ihrem Vertrag, welcher Länder Ihr Arbeiteinsatz umfasst. Es muss nicht immer nur Österreich sein….
  • Zeitarbeitnehmer müssen vor jedem einzelnen Arbeiteinsatz eine Überlassungsmitteilung erhalten (§12 Arbeitskräfteüberlassungsgesetz). Sie enthält alle Regeln des zukünftigen Einsatzes, an dem sich beide halten müssen. Hier sollten Sie darauf achten, dass nachstehendes enthalten ist: 1. das Entgelt 2. welcher Art Tätigkeit Sie nachgehen werden 3. die Wochenstunden, die Sie zu arbeiten haben 4. bei welchem externen Arbeitgeber der Einsatz erfolgt und mit welcher Dauer.
    Achtung! Ihr Arbeitsentgelt darf nicht geringer sein als für vergleichbare Zeitarbeitnehmer im Kollektivvertrag des Zeitarbeitgebers vorgesehen ist und nicht geringer als der Grundlohn in Österreich für den Berufsbereich.
  • Sollten Stehzeiten anfallen und Ihre Zeitarbeitgeber konnte Ihnen noch keinen neuen Zeitarbeitseinsatz verschaffen – so übernimmt die Zeitarbeitsfirma das Risiko und muss Sie weiter bezahlen. Hier muss sich die Zeitarbeitsfirma an die Kündigungsfristen halten und Ihnen entweder einen neuen Arbeitseinsatz besorgen oder bis zur fristgerechten Kündigung Sie weiter bezahlen. Sollte die Zeitarbeitfirma nicht zahlen wollen, wenden Sie sich umgehen an die Gewerkschaft. Eine Beurlaubung ist bei Stehzeiten auch möglich. Sie müssen der Zeitarbeitsfirma während Stehzeiten zu jeder Zeit zur Verfügung stehen.
  • Wichtig! Bewahren Sie nicht nur den Dienstzettel, Ihre Lohnzettel, auch alle schriftlichen Einsatzinfos, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben immer sorgfältig auf. Bei Streitigkeiten liegt Ihnen immer ein Nachweis vor!


Folgende Vereinbarungen in Dienstzettel oder Arbeitverträgen sind verboten

  • wenn Teilzeit vereinbart wurde, und Sie aber in Vollzeit arbeiten müssen (hier wurde ein zu geringes Ausmaß an Teilzeitarbeit vereinbart)
  • bei Teilzeiteinstellungen dürfen keine Verpflichtungen zur Mehrarbeit (Überstunden) enthalten sein
  • Im Vertrag dürfen nicht Verjährungs- bzw. Verfallsbestimmungen geregelt werden
  • ganz wichtig, es darf nicht enthalten sein: gezahlt wird nur in den Einsatzzeiten, während der Stehzeiten (Zeiten ohne Arbeitseinsatz) wird kein bzw. nur ein geringes Entgelt bezahlt.
  • Zeitarbeitnehmer dürfen (während Ihres Vertrages mit einer Zeitarbeitsfirma) nicht zu anderen Zeitarbeitfirmen wechseln
  • dürfen nicht nach Ende des Arbeitverhältnisses Konkurrenzklauseln unterliegen

Verstöße von Seiten der Arbeitgeber:

  • Ein Arbeitverhältnis darf nicht wegen eines Arbeits-Einsatz-Endes gekündigt werden, wenn damit die Kündigungsfristen des Kollektivvertrages nicht eingehalten wird.
  • Lohnabrechnungen dürfen nicht einfach auf den bescheinigten Stunden basieren, sie müssen wenigstens die vereinbarten Stundenanzahlen umfassen
  • Stehzeiten dürfen nicht nur als Urlaub verbucht werden, hier kann der Arbeitgeber nicht auf Urlaubnahme bestehen, wenn der Arbeitnehmer damit nicht einverstanden ist
  • Im Fall von Krankheit und Urlaub darf bei einer Entgeltfortzahlung nicht nur der Grundlohn erfasst werden, sondern das gesamte ausgefallene Entgelt.

Quelle: Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung www.gmtn.at

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