Löhne & Abgaben

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Allgemeines

In den Niederlanden wird das Gehalt in Netto ausgewiesen.
Es gibt einen vorgeschriebenen Mindestlohn. Dieser fällt meist nicht üppig aus. Zusätzlich werden erfahrungsgemäß noch Auslöse und Fahrtkosten bezahlt. Dadurch erhöht sich Ihr Einkommen.
Der Kranversicherungsbeitrag (ca. 100 €) muss außerdem noch vom Nettoeinkommen abgezogen und bezahlt werden.
Nach einer Betriebszugehörigkeit von 26 Wochen, kann eine Betriebsrente beantragt werden, mit geringen Zusatzkosten. In den Niederlanden ist für alle Personen die Rente gleich und hängt nicht vom Gehalt ab, jeder ist aber grundsätzlich rentenversichert. Die Rentenhöhe ist aber nicht mit der deutschen Rente zu vergleichen.

In den Niederlanden sind die Sozialversicherungen in die Volks- und Arbeitnehmerversicherungen eingeteilt. Einwohner der Niederlande zahlen ab 15. Lebensjahr in die Volksversicherung, sie ist eine Pflichtversicherung.

Im Vergleich sind die üblichen Gehälter und die Lebenshaltungskosten in Holland leicht geringer. Trotzdem hat der Niederländer mehr Geld in der Tasche, da die Steuer und die Lebenshaltungskosten und andere staatlichen Ausgaben unter den der Deutschen liegen.

Steuern

Sobald Sie in den Niederlanden einer Tätigkeit nachgehen – sind Sie auch in den Niederlanden steuerpflichtig. Es gibt zwar eine Wahlmöglichkeit, doch trifft diese nur zu, wenn Sie im Laufe des Jahres in mehreren Staaten gearbeitet haben. Sie sind in Deutschland auch steuerpflichtig, hierbei tritt das Doppelbesteuerungsabkommen in Kraft. Durch dieses wird vermieden, dass Sie für ein und dieselben Einkünfte zweimal Steuern abführen müssen.
Solange Sie als z.B. Deutscher mit einem Wohnsitz in Deutschland sind, werden Sie vom niederländischen Finanzamt als ausländischer Steuerpflichtiger eingestuft. In der Regel müssen Sie, für das Jahr in dem Sie in den Niederlanden gearbeitet haben, eine Steuererklärung in den Niederlanden einreichen. Die Einkommenssteuer wird zusammen mit den Sozialbeiträgen monatlich automatisch vom Finanzamt erhoben.

Sie bekommen jedes Jahr die Möglichkeit sich zu entscheiden, z. B. als inländischer Steuerpflichtiger behandelt zu werden. Jedes Jahr müssen Sie angeben, ob Sie als inländischer Steuerpflichtiger eingestuft werden wollen. Solange der Steuerbescheid des betreffenden Steuerjahres noch nicht endgültig feststeht, können Sie Ihre Entscheidung zurücknehmen. Es rentiert sich aber nicht. In den Niederlanden werden Jahre vorher gewährte negative Einkünfte (wie Wohneigentum in z.B. Deutschland) von Ihrem Jahreseinkommen abgerechnet. Dadurch verringert sich die Steuerpflicht. Sollten Sie von der Wahlmöglichkeit gebrauch machen, obwohl sie in den Niederlanden arbeiten, Sie Ihre Steuererklärung in Deutschland abgeben, ein anderes Jahr auch wieder in den Niederlanden arbeiten und dann wieder in den Niederlanden Ihre Steuererklärung abgeben, werden Ihnen die damals zu Ihren Vorteil abgezogenen negativen Einkünfte in dem aktuellem Jahr als Einkünfte angerechnet – und Sie zahlen mehr Steuern.
Tipp von uns: Wer den größten Teil eines Jahres in den Niederlanden arbeitet, sollte dort die vereinfachte Steuererklärung abgeben und die Vorteile des Landes nutzen.

Fach-Auskünfte dazu erhalten Sie von Ihrem Steuerberater.

Sozialsystem

Ausländische Staatsangehörige sind in der Sozialversicherung den Niederländern gleichgestellt. Für Arbeitnehmer wird durch das Arbeitschutzgesetz ein fast lückenloses Sozialversicherungssystem angeboten. Nachteilig sind die relativ hohen Prämienzahlungen dafür.

Sollten Sie in den Niederlanden wohnen wollen, sind Sie in den Volksversicherungen grundsätzlich pflichtversichert.
Volksversicherungen sind:
AOW (Altersrentenversicherung)
AKW (Kindergeld)
ANW (Hinterbliebenenleistung)
Arbeitnehmer müssen mit ca. 30 % Sozialabzügen von ihren Bruttolöhnen rechnen.

Krankenversicherung

In den Niederlanden sind Sie verpflichtet eine Krankenversicherung abzuschließen, sobald Sie ein Arbeitsverhältnis eingehen. Diese kann über eine private oder einen öffentliche Versicherung abgeschlossen werden.
Grundversicherung:
Durch die Regierung wurde eine bestimmte medizinische Leistung zu einem Mindest-Paket zusammengestellt. Jede Krankenversicherung ist verpflichtet, mindestens diese Dienste anzubieten und darf auch niemanden, der solch ein Mindest-Paket erwerben möchte, abweisen.

Diese Leistungen umfassen:

  • ärztliche Betreuung (Behandlung durch praktische Ärzte und Fachärzte, in Spitälern und durch Geburtshelfer)
  • Krankenhausaufenthalte
  • Zahnarzt (nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, danach sind nur Zahnprothesen und fachliche Behandlungen inklusive)
  • Medikamente
  • Kosten für verschiedene medizinische Geräte und Apparate
  • Notfallmedizin
  • Krankentransport
  • Mutterschaftsvorsorge

Zu dem Mindest-Paket können zusätzliche Leistungen abgeschlossen werden. Diese erfolgen über private Versicherungsdienstleister und diese bestimmen über den Preis und sie dürfen auch Klienten ablehnen.

Werden Sie in eine Niederländische Firma eingestellt so bieten diese Ihnen oft eine so genannte „Collective Heath Care Insurance“ an. Es ist eine Kollektiv-Krankenversicherung für die der Arbeitgeber mit verschiedenen Versicherungsanbietern die einzelnen Konditionen und verschiedenen Leistungen ausgehandelt hat. Sie kommen dadurch in den Genuss von Zusatzleistungen zu sehr vorteilhaften Beitragszahlungen.
Der Abschluss einer solchen Kollektiv-Versicherung ist nicht zwingend und der Arbeitgeber ist auch nicht verpflichtet eine solche „Collective Heath Care Insurance“ anzubieten.

Kosten für die Kranversicherung
Für die Pflichtversicherung werden die Kosten jährlich von den diversen Versicherungsanstalten bestimmt. Sie liegen im Durchschnitt bei ca. 95 € im Monat. Das Gesundheitsministerium setzt die Standard-Prämie fest. Die Versicherungen schlagen dann noch eine gewisse Gebühr auf, die sich aus den erbrachten Leistungen und ggf. einem Schadenfreiheitsrabatt zusammensetzt.
Zu beachten ist, die verschiedenen Versicherungsanbieter haben sehr unterschiedlich hohe Gebühren. Hier ist ein Vergleichen sehr ratsam.

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